Likrat wird in der Romandie neu lanciert: Rund zwanzig jüdische Jugendliche wurden Ende Oktober auf Begegnungen mit Schulklassen vorbereitet

Likrat, das Dialog- und Aufklärungsprojekt des SIG, wird ab November in der Romandie neu lanciert. Das Projekt ist von der pädagogischen Leitung des Departements für Schul- und Berufsbildung des Kantons Waadt anerkannt und wird von der CILV unterstützt. Die ersten Likratinos und Likratinas sind nach einer intensiven Ausbildung bereit für ihre Einsätze an Schulen.
Seit 2002 besuchen jüdische Jugendliche im Rahmen von Likrat, dem Dialog- und Aufklärungsprojekt des SIG, Schulklassen, um mit gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern über das Judentum und das Jüdischsein zu sprechen. In der Deutschschweiz hat sich das Projekt mit rund 200 Begegnungen pro Jahr gut etabliert und wird ab November auch in der Romandie neu lanciert. Dafür fand Ende Oktober ein französischsprachiges Ausbildungswochenende statt, an dem Jugendliche der Communauté Israélite de Lausanne et du Canton de Vaud CILV und der Communauté Israélite de Genève CIG teilnahmen und zu Likratinas und Likratinos ausgebildet wurden.
Mit Theorieblöcken und Praxisübungen gut auf den Einsatz vorbereitet
Die rund zwanzig Jugendlichen im Alter von fünfzehn bis neunzehn Jahren trafen sich für das Ausbildungswochenende in Torgon im Wallis. Organisiert wurde es von Simon Bismuth, dem Jugendleiter der CILV, mit fachlicher Unterstützung des Likratteams des SIG. Das Wochenende begann mit einer gemeinsamen Schabbatfeier am Freitagabend, gefolgt von einem Einführungsblock zu Likrat. Weitere Lerneinheiten widmeten sich religiösen Themen sowie den Bereichen Leadership und Selbstmanagement. In Simulationen übten die Teilnehmenden zudem den Umgang mit typischen und auch herausfordernden Fragen aus Schulbegegnungen und gaben sich gegenseitig Feedback. Mit dabei waren auch Ari und Jonathan, zwei erfahrene Likratinos aus der Deutschschweiz. Sie gaben den Neulingen wertvolle Tipps und beantworteten ihre Fragen.
Likrat – Dialog gegen Vorurteile
Viele Schülerinnen und Schüler wissen wenig über das Judentum und haben noch nie eine jüdische Person persönlich kennengelernt. Hier setzt das Dialog- und Aufklärungsprojekt Likrat des SIG an: Speziell ausgebildete jüdische Jugendliche, die Likratinas und Likratinos, besuchen Schulklassen und sprechen mit Gleichaltrigen über das Judentum und ihren persönlichen Alltag. Sie bringen unterschiedliche religiöse und kulturelle Hintergründe mit und vermitteln so Einblicke in die Vielfalt jüdischen Lebens.
Bei den Begegnungen sind alle Fragen willkommen. Die Nähe im Alter erleichtert einen offenen Austausch auf Augenhöhe, bei dem persönliche Erfahrungen und Gemeinsamkeiten sichtbar werden. Ziel ist es, gegenseitiges Verständnis zu schaffen, Missverständnisse zu klären und antisemitische und rassistische Vorurteile abzubauen.
Das Angebot richtet sich an Schulklassen mit Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren. Eine Begegnung dauert zwei Schulstunden und kostet CHF 120.–.
Die neuen Likratinas und Likratinos sind startklar
Für den SIG ist Likrat ein zentrales Instrument der Präventions- und Bildungsarbeit: Es stärkt das Verständnis für jüdisches Leben in der Schweiz und leistet einen konkreten Beitrag zur Bekämpfung von Antisemitismus und Vorurteilen. Die Anerkennung des Programms durch das Departement für Schul- und Berufsbildung des Kantons Waadt erleichtert den Zugang zu den Schulen im Kanton Waadt. Die frischgebackenen Likratinas und Likratinos sind ab sofort einsatzbereit. Die ersten Begegnungen werden in Zweierteams stattfinden und vom Jugendteam der CILV begleitet. Dieses arbeitet eng mit dem Team Bildung und Prävention des SIG zusammen, das die Projektleitung innehat und Likrat stetig weiterentwickelt. Um das Projekt in der französischen Schweiz bekannter zu machen, wurden zahlreiche Schulen der Romandie der Zyklen 2 und 3 sowie die Berufsschulen angeschrieben.
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